Hegemoniekonflikt und Universität

Die Jenaer Philosophie zwischen den Weltkriegen

Völkische Netzwerke in Mitteldeutschland

Der Rundgang the­ma­ti­siert unter­schied­liche während der Zwi­schen­kriegspe­riode im mit­tel­deut­schen Raum aktive Netz­werke, die sich hier rund um die Rudelsburg und Saaleck ver­dichten und zum Teil über­schneiden. Gerichtet gegen die Wei­marer Republik und die „Schmach von Ver­sailles“, ent­wi­ckeln sie doch sehr unter­schied­liche poli­tische Aus­rich­tungen und Wirkungssphären.

Da sind zum einen die Netz­werke der Kor­po­ra­tionen, die mit ihren Ver­bin­dungen zwi­schen jungen Stu­denten und „alten Herren“ die Repro­duktion der kul­tu­rellen und poli­ti­schen Eliten auch während der Phase der Wei­marer Republik mit ermög­lichen und die mit den von ihnen gestif­teten Denk­mälern die Erin­ne­rungs­kultur in der Region bis heute prägen.

Zum anderen wirft der Rundgang einen Blick auf die rechts­ter­ro­ris­ti­schen Ver­suche, einen gewalt­samen Umsturz der Wei­marer Republik her­bei­zu­führen. Die von der „Orga­ni­sation Consul“ ver­übten Morde an füh­renden Reprä­sen­tanten und linken Poli­tikern der Wei­marer Republik waren nur möglich, weil sie sich auf ein repu­blik­weites Netzwerk von Helfern und Unter­stützern ver­lassen konnten. Dazu gehörte auch der damals auf der Burg Saaleck ansässige Hans Wilhelm Stein.

Der Schwer­punkt des Rund­gangs liegt jedoch auf dem „Saal­ecker Kreis“ um den Archi­tekten Paul Schultze-Naumburg. Das hier geschaffene Netzwerk rechter Intel­lek­tu­eller hat durch seine viel­fäl­tigen Tätig­keiten mit dazu bei­getragen, dem NS auf unter­schied­lichen Kul­tur­ge­bieten – Archi­tektur und Kunst ebenso wie Geschichte und Phi­lo­sophie – ideo­lo­gische Kohärenz und Kon­ti­nuität zu ver­schaffen. Zudem erschließen sie dem NS neue Schichten: so wird mit der Berufung Hans F.K. Gün­thers die NS-Ras­sen­theorie uni­ver­si­täts­fähig, die Über­le­gungen Richard Walther Darrés sind ent­scheidend für Wahl­er­folge der NSDAP in länd­lichen Räumen und Hans Severus Ziegler wird als Gene­ral­intendant die Aus­richtung des Wei­marer Natio­nal­theaters prägen. Die hier wir­kenden Akteure tragen so ent­scheidend dazu bei, völ­kische Ideo­logien hege­mo­niefähig zu machen.

Weg­be­schreibung

Der Weg führt von Bad Kösen an der öst­lichen Saa­le­seite fluss­auf­wärts. Nach ungefähr 1,5 km biegt er auf der Höhe des Cam­ping­platzes (Camping an der Rudelsburg) links in Richtung der Rudelsburg ab und erreicht in einer mäßigen Steigung die Berg­kante oberhalb der Saale. Nach zwei Kilo­metern wird das lin­kerhand in einem ehe­ma­ligen Stein­bruch gelegene „Löwen­denkmal“ erreicht (Station 1). Von dort geht es über die Rudelsburg hinab nach Saaleck zu den ehe­ma­ligen Saal­ecker Werk­stätten am Burgweg, gut erkennbar an der in einer Kurve auf der linken Stra­ßen­seite gele­genen Tor­ein­fahrt (Station 2). Von hier sind es nur wenige Schritte hinauf zur Burg Saaleck (Station 3). Anschließend geht es weiter hinab ins Dorf. Hinter der Kirche folgt der Rundgang der Straße „am Saaleck“ nach links. An der Saale liegt der kleine Friedhof des Ortes (Station 4). Von dort geht es per Schiff oder über Len­gefeld zurück nach Bad Kösen.

1. Das Löwendenkmal und die Rudelsburg als Erinnerungsorte der Kösener Corpsstudenten

Das Löwen­denkmal an der Rudelsburg

Die Rudelsburg wird im 12. Jahr­hundert errichtet und dient den wet­ti­ni­schen Mark­grafen als Festung. Nach der Zer­störung im 30jährigen Krieg wird sie auf­ge­geben und ver­fällt zusehens. Im frühen 19. Jahr­hundert beginnen sich die Roman­tiker für die male­risch auf den Felsen über der Saale gelegene Burg zu begeistern. Der Schrift­steller und His­to­riker Franz Kugler schreibt hier das Lied „An der Saale hellem Strand“.

Einige Zeit zuvor, Ende des 18. Jahrunderst ent­stehen auch die ersten stu­den­ti­schen Ver­ei­ni­gungen, die soge­nannten Corps. Sie sind also etwas älter als die 1815 in Jena gegründete Urbur­schen­schaft. Die ein­zelnen Corps einer Uni­ver­sität werden in den soge­nannten Senio­ren­con­venten (SC) ver­einigt. Der 1848 gegründete „Kösener Senioren-Con­vents-Verband“ (KSCV) ist ein erster Versuch, die unter­schied­lichen stu­den­ti­schen Cor­po­ra­tionen in einem ein­heit­lichen Dach­verband zusam­men­zu­fassen. Für die Rudelsburg als Treff­punkt des KSCV sprach wohl ihre zen­trale Lage in der Mitte Deutsch­lands und ihre Nähe zu den Uni­ver­si­täts­städten Jena, Halle und Leipzig.

Gegenüber den Bur­schen­schaften betonen die Corps gerne ihre unpo­li­tische Aus­richtung und ihre interne Hete­ro­ge­nität. Zugleich sind im „Kösener Senioren-Convent“ aus­schließlich schla­gende Veb­rin­dungen zusam­men­ge­fasst. Auch ver­stehen sie sich als gesell­schaft­liche Elite und und einige Corps ver­langen während des Kai­ser­reiches ein Min­dest­ein­kommen von ihren Mitgliedern.

Nach dem ersten Welt­krieg setzen sich in den Cor­po­ra­tionen auch zunehmend natio­na­lis­tische Posi­tionen durch. Die „deutsche Kultur“, der sich die Cor­po­ra­tionen ver­pflichtet sehen, ist aus der eli­tären Per­spektive ihrer Mit­glieder mit Demo­kratie und „Mas­sen­ge­sell­schaft“ nicht vereinbar. 

„Die Auf­gaben der deut­schen Corps sind die des ganzen deut­schen Volkes.: Wie­der­geburt unserer Kultur und eines neuen dau­er­haften Staates. Dies ist nur möglich im Kampf gegen zwei Fronten: 1. gegen die vom Mar­xismus erstrebte Herr­schaft der Masse; 2. gegen die sitt­liche Ver­sumpfung und Ent­artung, die alle Kreise unseres Volkes durch­setzt hat.“

Beitrag aus der „Deut­schen Corpszeitung“
Kösener Raute

Auch mit der Kriegs­nie­derlage können sie sich nicht abfinden. Diese Sicht der Corps auf den ersten Welt­krieg und seine Ergeb­nisse drückt sich auch in dem wohl bekann­testen Denkmal an der Rudelsburg, dem 1926 ein­ge­weihten „Löwen­denkmal“ aus. Es dient dem Gedenken an die während des ersten Welt­krieges gefal­lenen Mit­glieder des Ver­bandes. Als Widmung trägt das Denkmal Verse aus dem Drama „Zriny“ des bekannten Dichters der Befreiuungs­kriege Theodor Körner: „Sie hielten aus in Kampf und Sturmeswettern/Und standen treu bei Tugend, Recht und Pflicht/Das Schicksal kann die Hel­den­brust zerschmettern/Doch einen Hel­den­willen beugt es nicht!“

Mit dieser Bezug­nahme wird eine schon aus den „Ideen von 1914“ bekannte Par­al­le­li­sierung der „natio­nalen Erhebung“ gegen die fran­zö­sische Besatzung von 1813–15 und mit der Kriegs­be­geis­terung aus den ersten Tagen des ersten Welt­krieges vor­ge­nommen. Die Betei­ligung an der deut­schen Aggression wird hier nicht nur als „Tugend, Recht und Pflicht“ gedeutet. Behauptet wird auch, dass die mili­tä­rische Nie­derlage den „Hel­den­willen“ nicht brechen könne, der Wille zur Revanche also noch lebendig sei. Das drückt sich auch in der Haltung des Löwen aus, der, obzwar ver­wundet, sich dennoch auf­richtet und seinem Angreifer stand hält. Nicht zufällig ist Haltung und Blick­richtung des Löwen nach Westen in Richtung des fran­zö­sichen „Erb­feindes“ ausgerichtet.

Alte Ansicht der Rudelsburg

Der Schöpfer des Denk­males, der Ber­liner Bild­hauer Hosäus, schrieb denn auch, es solle die Empörung der Deut­schen gegen den Ver­sailler Vertrag aus­drücken. Zur fei­er­lichen Ein­weihung des Denkmals am 16. Oktober sind alle 123 Corps des Ver­bandes anwesend. Nachdem sie am Denkmal Eichen­kränze nie­der­gelegt haben, steigen sie in einem Fackel­marsch über die eben­falls festlich erleuchtete Burg Saaleck zurück nach Bad Kösen.

Ein­weihung des Löwendenkmals

Während der DDR sollen zwar die ein­deu­tigen revan­chis­ti­schen Bezüge ent­fernt werden, das Denkmal selbst bleibt jedoch erhalten. Die Stadt Bad Kösen beschließt lediglich, die Inschrift mit den Sätzen Körners zu ent­fernen. Nach der Wie­der­ver­ei­nigung gehört die Restau­ration des Denkmals zu den ersten Maß­nahmen des Verbandes.


2. Paul Schultze-Naumburg und der Saalecker Kreis

Das Anwesen Schultze-Naumburgs

Paul Schultze-Naumburg wird 1869 in dem nur wenige Kilo­meter nördlich gele­genen Almrich bei Naumburg geboren und stu­diert an der Kunst­aka­demie in Karlsruhe. Später gründet er in München eine private Mal- und Zei­chen­schule. Daneben ist er selbst als Land­schafts­maler und Schrift­steller tätig. In seinen 1901 begonnen „Kul­tur­ar­beiten“ geht es ihm darum zu erfassen, wie unter­schied­liche mensch­liche Tätig­keiten, also Land- und Forst­wirt­schaft, ebenso wie Archi­tektur, Gar­tenbau etc., unser Land­schaftsbild prägen. Dabei bezieht er deutlich Position: Er dia­gnos­ti­ziert eine „Ver­heerung unseres Landes auf allen Gebieten sicht­barer Kultur“, auf die er auf­merksam machen und der er ent­ge­gen­ar­beiten will. Diese Ver­heerung setzt, so Schultze Naumburg, in den 30er Jahren des 19. Jahr­hun­derts ein.

„Mit 1832 beginnt das so gesichts­reiche Bild aller Bauten sich zu ver­ändern. Was vorher lebendig und aus­drucksvoll gewesen war, wird nun steif und starr. Ein­fachheit wird zu nie­der­drü­ckender Nüch­ternheit, reicher Wechsel der Gestalt weicht der Uniformität.“

Paul Schultze-Naumburg

Was sich nun durch­setzt, bezeichnet Schultze-Naumburg als öden „Zucht­hausstil“ der Groß­stadt, durch den land­schaft­liche Eigen­heiten und Tra­di­tionen zer­stört werden und in dem sich die Härte und See­len­lo­sigkeit des Mate­ria­lismus und moderne Nivel­lie­rungs­sucht verkörpern.

Paul Schultze-Naumburg

Schultze-Naumburg führt diese Ent­wicklung auf den Verlust der bin­denden Wirkung der Tra­dition zurück. Mit ihr ver­liere sich die Fähigkeit, das Kul­tur­schaffen in die jeweilige Land­schaft ein­zu­betten und das Bewusstsein dafür, dass erst aus Bezo­genheit aller Teile zuein­ander Har­monie entstehe.

Schultze-Naumburg will fortan durch selbst aus­ge­führte Bauten und Gebrauchs­ge­gen­stände die Rich­tigkeit seiner Auf­fas­sungen erweisen. Er zieht 1901 nach Saaleck, wo er die „Saal­ecker Werk­stätten“ gründet und wird ein gefragter Architekt, ins­be­sondere für den Bau von Land­häusern im „Hei­mat­schutzstil“. 1904 wird er darüber hinaus zum Mit­be­gründer des „Bundes Hei­mat­schutz“. Dieser ver­steht „Heimat“ als „Gefäß der Volks­seele“ und will über den Schutz der so ver­stan­denen Heimat „deut­sches Volkstum unge­schädigt erhalten“.

Sich selbst setzt Schultze-Naumburg ein „volks­tu­mori­en­tiertes Bauen“ und die Besinnung auf ein­fachste Grund­formen, so genannte „Urtypen“ zum Ziel. So gilt ihm im Anschluss an Ernst Rudorff das Bau­ernhaus als archi­tek­to­nische Ver­kör­perung des „ger­ma­ni­schen Volkstums“. Die hier ent­wi­ckelte Bau­weise drücke Würde, Beschei­denheit, Boden­stän­digkeit, und eine behag­liche, ein­la­dende Stimmung aus. Das Steildach im Gegensatz zum Flachdach moderner Gebäude gilt ihm als „Ewig­keitsform“ „ger­ma­ni­schen Bauens“.

Torhaus der „Saal­ecker Werkstätten“

Schon hier klingt an, dass Schultze-Naumburg die von ihm ent­wi­ckelte Gegen­über­stellung von moderner und tra­di­tio­neller Bau­weise ras­sis­tisch aus­deutet. Explizit wird diese Tendenz spä­testens mit dem 1928 ver­öf­fent­lichten Werk „Kunst und Rasse“: Die als „jüdisch“ bezeichnete moderne Kultur würde, so Schultze-Naumburg hier, in der Gegenwart die „ger­ma­nische Tra­dition“ ersticken. Archi­tektur ver­steht er als in „Werk­stoff“ umge­setzten „Willen der Rasse“. Er ver­öf­fent­licht in erzie­he­ri­scher Absicht reich bebil­derte Bücher, die dem Leser dazu dienen sollen, zwi­schen schönem und häss­lichem Bauen bzw. in der Diktion Naum­burgs zwi­schen „ger­ma­ni­scher“ und „jüdi­scher Kunst“ unter­schieden zu lernen. Diese „Seh­schule“ soll so ras­sis­tische Kate­gorien auf die Ebene der ästhe­ti­schen Wahr­nehmung über­tragen. „Der Schön­heitssinn erzeugt“, so Schultze-Naumburg, „die schöne Rasse“. 1929 gehört er zu den Grün­dungs­mit­gliedern des „Kampf­bundes deutsche Kultur“. Diese auf einen Par­tei­tags­be­schluss der NSDAP von 1927 zurück­ge­hende „natio­nal­so­zia­lis­tische wis­sen­schaft­liche Gesell­schaft“ hatte es sich u.a. zum Ziel gesetzt „die Werte des deut­schen Cha­rakters zu ver­tei­digen“ und „das deutsche Volk über die Zusam­men­hänge zwi­schen Rasse, Kunst, Wis­sen­schaft, sitt­lichen und sol­da­ti­schen Werten aus­zu­klären“. Ein Jahr später tritt er in die NSDAP ein. Zu dieser Zeit ist auch Hitler ist der Ansicht, Schultze-Naumburg sei berufen, „wahre deutsche Kunst zu lehren“.

Der Saal­ecker Kreis

Über­sicht „Saal­ecker-Kreis“

Zwi­schen der zweiten Hälfte der 20er und den frühen 30er Jahren bildet sich um Schultze-Naumburg der soge­nannte „Saal­ecker Kreis“ – ein Netzwerk völ­ki­scher und natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Intel­lek­tu­eller, denen zu Beginn der 30er Jahre ent­schei­dende Stellen im Thü­ringer Staats­ap­parat zuge­sprochen werden sollten. Zu diesem Netzwerk gehört auch Wilhelm Frick, der damalige Vor­sit­zende der Reichs­tags­fraktion der NSDAP. Als Frick 1930 nach dem Regie­rungs­ein­tritt der NSDAP zum Innen- und Volks­bil­dungs­mi­nister auf­steigt, ernennt er Schultze-Naumburg zum Direktor der Staat­lichen Hoch­schule für Bau­kunst, bil­dende Künste und Handwerk in Weimar, dem ehe­ma­ligen Wei­marer Bauhaus. Schultze-Naumburg ent­lässt in dieser Funktion den größten Teil des Lehr­per­sonals. „Ich sah die ersten Wochen den Betrieb beob­achtend an, ohne ein­zu­greifen, wußte aber bald, daß ich ohne sehr gründ­liche Aus­wechslung des Lehr­körpers nicht zur Errei­chung meiner Ziele kommen könnte.“ Zudem lässt als Berater Fricks Werke moderner Maler wie Dix, Kan­dinsky, Nolde oder Klee aus der städ­ti­schen Kunst­aus­stellung entfernen.

Schultze-Naum­burgs Kar­riere während des NS

Während des NS ist er jedoch als Architekt nur begrenzt erfolg­reich. Anlässlich des Neu­bau­pro­jekts der Nürn­berger-Oper über­wirft er sich mit Hitler. Letztlich steht die tra­di­tio­na­lis­tisch-bie­der­mei­er­liche Ori­en­tierung Schultze-Naum­burgs im Gegensatz zu den monu­men­talen Ansprüchen der neuen Machthaber.

geplanter Eingang zur Nietzsche-Gedenkhalle

Zu seinen letzten Werken gehört die Nietzsche-Gedächt­nis­halle am Nietzsche-Archiv in Weimar, mit der er 1935 beauf­tragt wird. Mit Eli­sabeth Förster Nietzsche war Schultze-Naumburg schon länger freund­schaftlich ver­bunden. Sie will das Archiv erweitern und eine Stätte der kul­ti­schen Ver­ehrung Friedrich Nietz­sches schaffen. Ent­spre­chend dieser Ziel­setzung sieht Schultze-Naum­burgs Entwurf eine klos­ter­artige Anlage mit Wan­delgang, Vor­halle, Lichthof und Biblio­theks­räumen vor. Den Höhe­punkt sollte eine durch eine über­le­bens­große Zara­thustra-Statue geschmückte Fest­halle bilden. Der Bau wird von den höchsten Stellen gefördert: Neben dem Archiv selbst stellen auch die Reichs­kanzlei, die Thü­ringer Lan­des­re­gierung und die Gustloff-Stiftung unter Sauckel Mittel zur Ver­fügung. Sauckel will in eine Gedenk­stätte von natio­naler Bedeutung in seiner NSDAP-Gau­haupt­stadt schaffen. Letztlich wird zwar noch das Richtfest gefeiert, der Bau wird jedoch nie für seinen vor­ge­se­henen Zweck genutzt. Das Projekt wird zunehmend als nach­rangig behandelt und 1943 teilt Sauckel mit, dass während des Krieges keine Mittel mehr zur Ver­fügung gestellt werden könnten. Während der End­phase des Krieges dient die Halle als Lager und Verbandsplatz.

Und heute?

Heute scheinen Paul Schultze-Naumburg und seine Ansichten Geschichte zu sein. Das trifft jedoch nicht ganz zu. 2013 hat der Schultze-Naumburg Bio­graph Norbert Borrmann das Buch „Die grosse Gleich­schaltung. Vom Ver­schwinden der Vielfalt“ ver­öf­fent­licht. Erschienen ist es im neu­rechten Antaios-Verlag, der im nur wenige Kilo­meter von Saaleck ent­fernten Schnellroda ansässig ist. Borrmann schließt hier auch inhaltlich an die Vor­stel­lungen Schultze-Naum­burgs an. Für die Gegenwart behauptet er ein großes „Kul­tur­sterben“, das sich im Verlust sprach­licher Eigen­heiten und Tra­di­tionen, aber auch in der Archi­tektur aus­drücke. Tra­di­tio­nelles Bauen sei noch in der jewei­ligen Land­schaft und ihren Eigen­heiten ver­wurzelt gewesen. „Mensch und Land­schaft, ‚Blut und Boden‘ bedingten ein­ander, so erwuchs Heimat, bildete sich Ver­ortung und Ver­wur­zelung aus und mit ihnen ent­stand die Vielfalt regio­naler Kul­turen.“ Die heutige Bau­weise sei jedoch „voll­kommen ent­ortet“. Sie ver­stehe sich als inter­na­tional und ver­suche ohne regionale oder his­to­rische Bezüge aus­zu­kommen. Mit dieser Gegen­über­stellung von Eigenheit und Heimat ver­spre­chender Kultur und inter­na­tio­naler gleich­ma­chender Zivi­li­sation wie­derholt Borrmann einen klas­si­schen Topos der rechten Intel­lek­tu­ellen der Zwi­schen­kriegspe­riode. Dabei geht er so weit, den NS als den „letzten euro­päi­schen Versuch der Rettung der Ter­ri­to­ria­li­sierung von Kultur“ zu deuten.

Hans F.K. Günther

Hans F.K. Günther

Hans F.K. Günther wird 1891 in Freiburg geboren. 1910 beginnt er ein Studium der Phi­lo­logie in seiner Hei­mat­stadt und besucht hier neben sprach­wis­sen­schaft­lichen Ver­an­stal­tungen auch Vor­le­sungen des spä­teren NS-“Rassentheoretikers“ Eugen Fischer. Ein extremer Ras­sismus, Demo­kra­tie­feind­lichkeit und Natio­na­lismus prägen schon früh sein Denken. So tritt er 1920 dem völ­ki­schen und anti­se­mi­ti­schen „Deutschbund“ bei. Nach dem von Paul Langhans aus Gotha ver­fassten Stra­te­gie­papier soll der Deutschbund der „Ver­edelung der kör­per­lichen Ver­fassung, der Art, der ange­bo­renen see­li­schen Fähig­keiten“ des deut­schen Volkes dienen. Hierfür sei die „Rein­haltung seines ari­schen, ger­ma­ni­schen Blutes“ not­wendig. Ehe­schlie­ßungen hätten nach ent­spre­chenden ras­sis­ti­schen Kri­terien zu erfolgen. Die, die nach dem Weltbild des „Deutsch­bundes“ als „min­der­wertig“ gelten, seien an der Zeugung zu hindern. Diese men­schen­ver­ach­tende Pro­gram­matik des Deutsch­bundes nimmt viele der Ansichten Gün­thers vorweg, der sie später als uni­ver­sitär aner­kannter „Ras­sen­theo­re­tiker“ in ein ein­heit­liches Ideo­lo­gie­ge­bäude inte­grieren sollte.

Der Deutschbund ist besonders in der gegen­wär­tigen Notzeit ein geistig-völ­ki­scher Kampfbund. Sein Ziel ist die Rettung und Erhaltung unseres Volkstums, seine besondere Aufgabe die Schaffung der geis­tigen Vor­aus­set­zungen eines künf­tigen völ­ki­schen Staates.

aus der Satzung des „Deutsch­bundes“ von 1921

Zunächst ver­sucht Günther, als freier Schrift­steller zu leben. Seine Werke ver­öf­fent­licht ebenso wie Max Wundt oder sein Lehrer Eugen Fischer bei Julius Friedrich Lehmann in München. Der völ­kische Ver­leger Lehmann wird 1934 auch dafür das goldene Par­tei­ab­zeichen für die „För­derung des Ras­se­emp­findens im deut­schen Volke“ erhalten.

Innerhalb der rechts­ra­di­kalen und völ­ki­schen Kreise der Wei­marer Republik macht sich Günther schnell einen Namen. Heinrich Himmler ist von seinem ersten Werk „Ritter, Tod und Teufel“ schwer beeindruckt.

„Ein Buch, das mir aus­drückt in weise über­legten Worten und Sätzen, was ich fühle und denke, seit ich denke.“

Heinrich Himmler über Gün­thers „Ritter, tod und Teufel“

Hier ent­wi­ckelt er erstmals die Grundzüge seiner „Ras­sen­theorie, die er 1922 mit der von Lehmann beauf­tragten und finan­zierten „Ras­sen­kunde des deut­schen Volkes“ weiter ausbaut. Die „Ras­sen­kunde“ sollte später zu einem Stan­dardwerk der NS-Ras­sen­ideo­logie werden. Günther ver­steht hier die „Ras­sen­theorie“ als eine nor­mative Wis­sen­schaft, die nach angeb­lichen „sitt­lichen Gesichts­punkten“ eine Hier­archie unter­schied­licher „Rassen“ behauptet. Er unter­scheidet die nor­dische, wes­tische, dina­rische ost­ische, ost­bal­tische und sude­tische „Rasse“. Den ange­nom­menen unter­schied­lichen „Erb­an­lagen“ werden von Günther auch unter­schied­liche „see­lische Eigen­schaften“ zuge­ordnet. So gilt ihm die “nor­dische Rasse“ als schöp­fe­risch, von „höchster Geis­tes­kraft“, sie sei aus­ge­stattet mit einem „mäch­tigen Gestal­tungs­willen“ etc. In der im Anhang ver­öf­fent­lichten „Ras­sen­kunde des jüdi­schen Volkes“ bricht sich Gün­thers radi­kaler Anti­se­mi­tismus Bahn: „Juden“ gelten ihm als Gegen­prinzip der „nor­di­schen Rasse“. Ihnen werden Han­dels­geist, berech­nender Cha­rakter, Grau­samkeit zugeschrieben.

Ent­scheidend für die poli­ti­schen Kon­se­quenzen von Gün­thers Ras­sen­theorie ist die Annahme, dass gegen­wärtig nur noch 50 Prozent der deut­schen Bevöl­kerung der „nor­di­schen Rasse“ ent­sprechen. Daraus ergibt sich für ihn die Not­wen­digkeit, die so genannte „Wie­der­vernordung“ der Deut­schen in Angriff zu nehmen. „Rasse“, so for­mu­liert Günther, sei uns nicht „gegeben, sondern auf­ge­geben.“ “Nor­dische Sippen“ müssten in ihre „art­eigene Umwelt“ ver­setzt werden, das heißt, ihnen müsste Land­besitz zuge­wiesen werden, um sie von dem zer­stö­re­ri­schen Ein­fluss der Groß­städte fern­zu­halten. Sie hätten mög­lichst viele Kinder zu zeugen, die Ehe­gat­tenwahl hätten nach ras­sis­ti­schen Kri­terien zu erfolgen, als „min­der­wertig“ dif­fa­mierte seien an der Zeugung zu hindern. Nur so könnten neue „Adels­men­schen“ geschaffen werden.

Das Buch wird in den fol­genden Jahren zum Best­seller. Auch Schultze-Naumburg wird durch die „Ras­sen­kunde“ auf Günther aufmerksam.

„Die ‚Ras­sen­kunde des deut­schen Volkes’ war für mich ein ganz großes Erlebnis; denn es brachte mir die Bestä­tigung für die Rich­tigkeit einer Gedan­ken­kette, die ich schon lange hegte (…). Hier sprach (…) eine Seher­natur, die Zusam­men­hänge ahnt und begreift.“

Paul Schultze-Naumburg über Gün­thers „Ras­sen­kunde“

Aus der Bekannt­schaft wird bald eine Freund­schaft und Günther zum regel­mä­ßigen Gast innerhalb des Saal­ecker Kreises. Schultze Naumburg schreibt, Günther sei ein „Sohn des Hauses geworden, auf dessen Wie­derkehr sich alle freuten.“

Nach dem Regie­rungs­ein­tritt der NSDAP wird Günther durch Wilhelm Frick, der eben­falls Mit­glied des Saal­ecker Kreises gewesen und inzwi­schen zum Innen- und Volks­bil­dungs­mi­nister auf­ge­stiegen war, am 1. Oktober 1930 zum Pro­fessor für Sozi­al­an­thro­po­logie an die Uni Jena berufen. Am 15. November findet in der Aula der Uni­ver­sität die Antritts­vor­lesung über „Die Ursachen des Ras­sen­wandels der Bevöl­kerung Deutsch­lands seit der Völ­ker­wan­de­rungszeit“ statt. Für die Antritts­vor­lesung waren Hitler, Göring, Darré und auch Frick nach Jena gereist. Der Tag endet mit einem Fackel­marsch und einer Kund­gebung natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Jenaer Stu­die­render und SA-For­ma­tionen vor dem Haus Gün­thers am Diet­richsweg 23. Sein Lehr­stuhl wird im alten Kol­le­gi­en­ge­bäude am Fürs­ten­graben 23 im 4. Stock unter­ge­bracht und ist zunächst nur spärlich aus­ge­stattet. Die Verlage Gustav-Fischers und Eugen Diede­richs schaffen hier durch Bücher­spenden Abhilfe.

Der Auf­enthalt in Jena ist jedoch nur von kurzer Dauer. Schon 1935 wird er als Pro­fessor für „Ras­sen­kunde, Völ­ker­bio­logie und länd­liche Sozio­logie“ nach Berlin berufen. Dennoch ist seine Wirkung hier nicht zu unter­schätzen. Der Günther-Ver­leger Lehmann wird später die These ver­treten, dass mit der Berufung Gün­thers die „Ras­sen­kunde“ uni­ver­si­täts­fähig geworden sei. Günther ist jedoch nicht nur ein intel­lek­tu­eller Stich­wort­geber. Nach 1933 beruft ihn sein alter Bekannter und frisch ernannte Innen­mi­nister des „Dritten Reiches“ Wilhelm Frick in den Sach­ver­stän­di­gen­beirat für „Bevöl­ke­rungs- und Ras­se­po­litik“. In dieser Funktion ist Günther an den Aus­ar­bei­tungen zum „Gesetz zur Ver­hütung erb­kranken Nachwuchses“direkt beteiligt. Nach diesem im Juli 1933 ver­kün­deten Gesetz konnten als „erb­krank“ bezeichnete Per­so­nen­gruppen zwangs­ste­ri­li­siert werden. Als Krank­heits­bilder galten dabei „Schwachsinn“, Schi­zo­phrenie, manisch-depressive Stö­rungen, erb­liche Blind- und Taubheit, kör­per­liche Miss­bil­dungen und schwerer Alko­ho­lismus. Auf dem Par­teitag in Nürnberg, auf dem auch die von Gün­thers Lehren beein­flussten soge­nannten „Nürn­berger Gesetze“ ver­kündet werden, erhält er den von Hitler gestif­teten „Preis der NSDAP für Wis­sen­schaft“. 1941 erhält er das „goldene Par­tei­ab­zeichen“. Darüber hinaus beein­flusst der Gedanke der “Auf­nordung“ auch die Ideo­logie der SS. Inspi­riert von Günther will Himmler einen „Eli­te­orden nor­disch bestimmter Männer“ schaffen. Dem­entspre­chend werden nur als „nor­disch“ und „vor­herr­schend nor­disch“ Klas­si­fi­zierte auf­ge­nommen. Bewerber müssen zudem ein soge­nanntes „Erb­ge­sund­heits­zeugnis“ vor­legen. Himmler plant sogar, Hei­raten von Ange­hö­rigen der SS von der Zustimmung des „Reichs­führers-SS“ abhängig zu machen.

1945 wird Günther aus dem Uni­ver­si­täts­dienst ent­lassen. Zunächst gilt er als „min­der­be­lastet“. Er strengt ein Beru­fungs­ver­fahren an, in dem der geistige Vor­denker und Ideen­geber der NS-Ver­brechen 1951 lediglich als „Mit­läufer“ ein­ge­stuft wird. Noch in den 50er Jahren ver­öf­fent­licht er Neu­auf­lagen von „Gat­tenwahl zu ehe­lichem Glück und erb­licher Ertüch­tigung“ und andere Schriften aus der NS-Zeit.

Hans Severus Ziegler

Hans Severus Ziegler

Hans Severus Ziegler wird 1893 in Eisenach geboren und stu­diert Ger­ma­nistik, Geschichte, Kunst­ge­schichte und Phi­lo­sophie in Jena. Seit den frühen 20er Jahren arbeitet er als Sekretär des völ­ki­schen Schrift­stellers Adolf Bartels in Weimar, der sei­ner­seits im Deutsch­völ­ki­schen Schutz- und Trutzbund, im Deutschbund und im Kampfbund für deutsche Kultur aktiv ist. 1925 tritt er in die NSDAP ein und betätigt sich als Her­aus­geber der NS-Zeitung „Der Völ­kische“, die später in „Der Natio­nal­so­zialist“ umbe­nannt wird. Auch zum dem Kreis um Schultze-Naumburg nimmt Ziegler Kontakt auf.

Seit dieser Zeit bemüht sich Ziegler um die Begründung eines natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Kul­tur­ver­ständ­nisses. Ähnlich wie andere Mit­glieder des „Saal­ecker Kreises“ ist er der Auf­fassung, Kunst habe sich an der ursprüng­lichen Volks­kultur zu ori­en­tieren. Dieser schreibt er „Ein­fachheit und ele­mentare Größe“ zu. Gelungene Kunst ver­steht er in diesem Sinne als Aus­druck des see­li­schen Gehalts eines „Volkstums“. Dieser in seinen Augen volks­nahen und ursprüng­lichen Kunst stellt er den ent­frem­deten modernen „intel­lek­tu­ellen Kon­struk­ti­vismus“, „blut­leere Gehirn­akro­baten“ und „jüdische Geist­rei­chelei“ der Kunst der Wei­marer Republik gegenüber.

Kunst wird so jeder kri­ti­schen oder distan­zie­renden Dimension beraubte Kunst beraubt und als ein bloßes Mittel im „Daseins­kampf eines Volkes“ umge­deutet. In diesem Sinne müsse der Künstler von heute „Roman­tiker bleiben, aber stählern sein und mit­kämpfen, wo Kampf not­wendig bleibt.“

Von der Macht­über­nahme der Natio­nal­so­zia­listen erhofft er sich die Ver­wirk­li­chung dieser kul­tu­rellen und poli­ti­schen Vor­stel­lungen: Der NS hat in seinen Augen die Aufgabe, ein ein­heit­liches Volk zu schafften und damit auch die Kunst wieder zum all­ge­meinen Teil der Volks­kultur zu machen. Kunst ist nach der Über­zeugung Zieglers auf Macht ange­wiesen: „So lange das deutsche Volk keinen Lebens­willen als Volkstum und keinen Macht­willen als Staat besaß, konnte es unmöglich einen Kul­tur­willen im tiefsten und eigent­lichen Sinne auf­bringen.“ Für ihn ist damit lange Zeit des Wirkens völ­ki­scher Intel­lek­tu­eller, wie Bartels in Weimar oder der Heim­volkschule in Bad Berka für den Erfolg der NSDAP in Thü­ringen ent­scheidend. Ohne sie hätten sich ent­spre­chende Über­zeu­gungen nicht ver­breiten und der „Lebens­wille als Volkstum“ nicht aus­bilden können. Zugleich bedeutet für ihn auch Macht­be­tei­ligung der NSDAP und die Ernennung Fricks einen kul­tur­po­li­ti­schen Wen­de­punkt. Durch sie und den ent­spre­chenden „Macht­willen“ werden erst die Umge­staltung des Schul­wesens, die Berufung Gün­thers nach Jena, die Schultze-Naum­burgs nach Weimar und seine eigene Beför­derung möglich.

Mit diesen Ansichten macht er schnell Kar­riere: Von 1925–1931 ist er stell­ver­tre­tender Gau­leiter der NSDAP in Thü­ringen. Mit der Regie­rungs­be­tei­ligung der NSDAP in Thü­ringen wird er 1930 zum Refe­renten in Fricks Volks­bil­dungs­mi­nis­terium. 1935 wird er zum Gene­ral­inten­danten des Wei­marer Natio­nal­theaters ernannt. In dieser Funktion sieht er den Kampf gegen soge­nannte „kul­tur­bol­sche­wis­tische Erschei­nungen“ und die „Auslese“ und Ein­setzung „junger, neu empor­wach­sender Bega­bungen des Volkes“ als seine Aufgabe. Diesen Worten wird er bald Taten folgen lassen. So orga­ni­siert 1938 in Düs­seldorf die Aus­stellung „ent­artete Musik“, in der Stil­rich­tungen wie Jazz und jüdische Kom­po­nisten dif­fa­miert werden.

Richard Walther Darré

Richard Walther Darré

Richard Walther Darré, der Stich­wort­geber der „Blut und Boden“-Ideologie des NS, erhält wichtige Anre­gungen von Hans F.K. Günther, den er innerhalb des „Saal­ecker Kreises“ um Schultze-Naumburg ken­nen­lernt. In Saaleck ent­steht auch 1930 mit „Neuadel aus Blut und Boden“ eines seiner wich­tigsten Werke, das er seinem Freund Schultze-Naumburg widmet. Zuvor hatte er die Kolo­ni­al­schule in Wit­zen­hausen besucht und schließlich die Fächer Ackerbau und Vieh­zucht an der Uni­ver­sität Halle abgeschlossen.

Darré ver­tritt eine radikale Ideo­logie der Ungleich­wer­tigkeit ver­schie­dener so genannter „Rassen“. Diese Ungleichheit ist seiner Über­zeugung nach im Erbgut ver­ankert und drückt sich auch in unter­schied­lichen „see­li­schen Ver­an­la­gungen“ aus. Dazu zählt er auch „Füh­rer­be­ga­bungen“. Diese „Füh­rer­be­ga­bungen“ ver­steht er Grundlage für die Stärke eines Volkes und als Vor­aus­setzung, um sich im „Daseins­kampf der Völker“ bewähren zu können. Daraus ergibt sich für ihn die Aufgabe der bewussten Züchtung und Auslese dieser „Füh­rer­be­gabung“ oder eines neuen „Adels. „Adel“ ver­steht er mithin als „bewußt gezüch­tetes Füh­rertum auf Grund aus­er­le­sener Erbmasse“.

Diese For­derung nach „Züchtung“ eines neuen „Adels“ ver­knüpft Darré mit der Idee der Rückkehr zu einer bäu­er­lichen Lebens­weise und zu vor­christ­lichen ger­ma­ni­schen Tra­di­tionen. Der ger­ma­nische Adel hätte sich nicht durch Stan­des­be­wusstsein oder Vor­rechte, Zere­monien oder Insi­gnien aus­ge­zeichnet. Ent­scheidend seien vielmehr von allen geachtete natür­liche Unter­schiede gewesen. In der frühen ger­ma­ni­schen Vor­ge­schichte, so Darrés roman­ti­sie­render Rück­blick, hätten die land­be­sit­zenden freien Bauern über ihre Familie und das Gesinde geherrscht. Ein jeder Land­be­sitzer sei voll­wer­tiges Mit­glied im Thing gewesen und Ämter wären nur für bestimmte Auf­gaben ver­geben und auf Abruf ver­geben worden. Aus diesen freien Bauern, die ihren eigenen Hof bebauen und schützen, bildet sich das Volksheer. Zugleich gliedern die Ger­manen in Darrés her­bei­phan­ta­sierten Geschichtsbild ihr Volkstum nach „Bluts­stämmen“, um die not­wendige Erb­masse für ein geeig­netes Füh­rertum zu erhalten.

„Wer der deut­schen Seele die natur­ge­wachsene Land­schaft nimmt, der tötet sie.“

Richard Walther Darré

Aus diesen angeb­lichen „ger­ma­ni­schen Ursprüngen“ leitet Darré nun eine rück­wärts gewandte poli­tische Zukunfts­vor­stellung ab. Aus dem Bau­erntum soll die „deutsche Erneuerung“ her­vor­gehen. Boden­be­ar­beitung, Ver­wur­zelung in der Tra­dition, der Kampf mit den Natur­ge­walten brächten eine See­len­kraft zur Ent­faltung, die erst „echtes Füh­rertum“ und „ger­ma­nische Gesittung“ möglich macht. Darré ist über­zeugt: „Helden stammen immer vom Lande. Die Stadt bringt dagegen, von wenigen Aus­nahmen abge­sehen, Mas­sen­men­schen hervor.“ Der Groß­stadt schreibt Darré so einen schäd­lichen Ein­fluss auf das deutsche See­len­leben zu.

Für ihn ist das jedoch noch nicht genug. Es ist auch zu den alten Ungleich­heits­vor­stel­lungen zurück­zu­kehren. Diese würden gegen­wärtig – Darré denkt hier offen­sichtlich an seinen Saal­ecker Bekannten Hans F.K. Günther – durch die moderne „Erb­lehre“ bestätigt. „Durch Bereit­stellung von Erb­sitzen, zu denen der Erbe nur nach erwie­sener Leistung gelangte und auf denen Ehe­ge­setze von durchaus züch­te­ri­scher Leistung galten, wurde bei den Ger­manen bewährtes Füh­rerblut nicht nur fest­ge­halten, sondern ver­mehrt und somit bewusst gezüchtet.“ Die Annahme, dass „edles Blut edle Eigen­schaften“ über­trage, lasse sich heute wis­sen­schaftlich beweisen.

Darré ent­wi­ckelt so ein sehr kon­kretes poli­ti­sches Pro­gramm. Er fordert, an aus­ge­wählte Per­so­nen­gruppen so genannte „Hegehöfe“ zu ver­geben, in denen die neuen Land­be­sitzer eine klein­bäu­er­liche Sub­sis­tenz­wirt­schaft betreiben sollen. Die ver­schie­denen Hegehöfe sollen sich in Adels­ge­nos­sen­schaften zusam­men­zu­schließen, die über die jeweilige Erb­nach­folge ent­scheiden. Finan­ziert würden diese „Hegehöfe“ über Spenden, Stif­tungen oder kom­munale Ankäufe. Auch sei der bestehende Groß­grund­besitz in ver­schiedene kleinere Ein­heiten zu teilen. Pro­fi­tieren sollten davon, und hier ori­en­tiert er sich am Vorbild Ungarns unter Horthy, die, die sich in der „Auf­op­ferung für Nation“ bewährt haben: Aus der Sicht Darrés sind das in erster Linie die aus­ge­zeich­neten Front­sol­daten aus allen mili­tä­ri­schen Rängen. Über diese Maß­nahmen soll der von Darré erstrebte „Neuadel“ geschaffen werden.

„Wir alle erstreben das Dritte Reich. Dessen Bestehen und Geltung wird wesentlich davon abhängen, ob wir noch die Kraft auf­bringen werden, einen neuen Adel zu schaffen“.

Richard Walther Darré

Die Mischung von einem ver­klärten Blick auf eine klein­bäu­er­liche Lebens­weise, vor­christ­liche Tra­di­tionen und einer kruden Ras­sen­ideo­logie mag heute seltsam skurril und aus der Zeit gefallen scheinen. Sicherlich wurden Darrés Vor­stel­lungen auch von vielen Zeit­ge­nossen so wahr­ge­nommen. Sie blieben jedoch nicht ohne Wirkung. Als Mit­glied des „Bund­schuhs“ übte er einen wich­tigen Ein­fluss auf die ideo­lo­gische Aus­richtung dieser völ­ki­schen Sied­lungs­be­wegung aus. Nachdem er 1930 durch Ver­mittlung Schultze-Naum­burgs mit Hitler in Kontakt kam, beauf­tragt ihn dieser mit der Aus­ar­beitung des Agrar­pro­gramms der NSDAP. Gerade für den Erfolg der NSDAP innerhalb länd­licher Regionen kam den Vor­stel­lungen Darrés so eine wichtige Bedeutung zu. Mit ihnen ging für viele Bauern und Klein­bauern tat­sächlich eine Auf­wertung ihrer Arbeit und Lebens­weise, ein kon­kretes Auf­stiegs­ver­sprechen und die Aus­sicht auf den Abbau der Macht der Groß­grund­be­sitzer einher.

Darré sollte darüber hinaus bald Gele­genheit erhalten, diese Vor­stel­lungen auch tat­sächlich umzu­setzen. 1933 wird er zum „Reichs­bau­ern­führer“ und „Minister für Ernährung und Land­wirt­schaft“ ernannt. Im selben Jahr noch ver­kündet er das „Reichs­erbhof­gesetz“, das Erb­tei­lungen für land­wirt­schaft­liche Besit­zungen aus­schließen und so „Erbhöfe“ als selbst­ständige wirt­schaft­liche Ein­heiten erhalten soll. Zugleich wird fest­ge­halten, dass nur „Deutsch­blütige“ einen so genannten „Erbhof“ erwerben können. Über den Zweck dieser Maß­nahmen lässt Darré keinen Zweifel. §1 des Gesetzes hält fest: „Die Reichs­re­gierung will unter Sicherung alter deut­scher Erb­sitte das Bau­erntum als Bluts­quell des deut­schen Volkes erhalten.“ Hier lässt sich unschwer das nur wenige Jahre zuvor ent­wi­ckelte Konzept der „Hegehöfe“ wie­der­erkennen. Betroffen von dieser Regelung sind etwa 40 Prozent der land­wirt­schaft­lichen Besit­zungen. Die hier lebenden Bau­ern­fa­milien sollen für großen Anteil an Fort­pflanzung der deut­schen Bevöl­kerung sorgen. Zudem ver­sucht er getreu der bei den Arta­manen gepflegten Vor­stel­lungen in den ost­el­bi­schen Gebieten neue Sied­lungen als „Damm gegen Sla­wentum“ zu errichten und plant nach dem Aus­bruch des zweiten Welt­krieges die Gründung von Kolonien in den besetzten Ost­ge­bieten. Auch macht Heinrich Himmler ihn zum Leiter des „Rasse- und Sied­lungs­haupt­amtes“. Hier hat er die Aufgabe, die Aus­le­se­kri­terien fest­zu­legen, über die die SS zum „neuen Adel“ des deut­schen Volkes werden soll.

Zugleich jedoch geraten bestimmte Ele­mente von Darrés Ideo­logie zunehmend in Wider­spruch zur poli­ti­schen Aus­richtung des NS-Regimes. Spä­testens mit der 1936 erlas­senen „Ver­ordnung zur Durch­führung des Vier­jah­res­plans“, die die deutsche Wirt­schaft innerhalb von vier Jahren kriegs­fähig machen sollte, setzt die NSDAP auf die effi­zi­entere indus­trielle Bewirt­schaftung großer Güter. Zudem will sie es ver­meiden, die Inter­essen des eta­blierten Adels zu ver­letzen. Darré ver­liert zunehmend an Ein­fluss und wird schließlich 1942 beurlaubt.

Die Artamanen

„Gläubig dienen wir der Erde und dem großen deut­schen Werde.“

Wahl­spruch der Artamanen

Innerhalb der Jugend­be­wegung bilden sich nach dem ersten Welt­krieg unter­schied­liche poli­tische Strö­mungen aus. Während einige Gruppen als Kon­se­quenz aus den Welt­kriegs­er­fah­rungen inter­na­tio­na­lis­tische und pazi­fis­tische Ori­en­tie­rungen ent­wi­ckeln, deuten andere die Kriegs­nie­derlage als „Schmach von Ver­sailles“ und fordern die Rück­be­sinnung auf natio­na­lis­tische und völ­kische Ori­en­tie­rungen. Zum radi­kalen Flügel dieser völ­ki­schen Grup­pie­rungen gehören die „Arta­manen“. „Arta­manen“ ist ein Kunstwort, das sich aus „art“ für „Ackerbau“ und „manen“ für „Männer“ zusammensetzt.

Arta­manen auf einem Gut in Hessen

1923 nach einem Aufruf in der Zeit­schrift „Deutsche Bauern-Hoch­schule“ von Bruno Tanzmann gegründet, ver­stehen sie das Bau­erntums als Grundlage der deut­schen Stärke. Von hier soll eine nationale Erneuerung aus­gehen. Von Anfang an sind Anti-Urba­nismus und damit ein­her­gehend auch ein Anti-Intel­lek­tua­lismus für die geistige Aus­richtung der Arta­manen prägend. Das Land­leben wird mit Gesundheit und Fröh­lichkeit, der „Dunst der Städte“ (Tanzmann) mit Stumpfheit und Ver­weich­li­chung asso­ziiert. Frei­willige Strenge, Abstinenz und Armut sollen die Lebens­weise der Arta­manen aus­machen. Dazu kommt die Rück­be­sinnung auf „ger­ma­nische Brauch­tümer“: alte Dorf- und Stamm­sitten, Son­nen­wend­feiern usw., seien in jeder Artam­schaft zu pflegen.

Dem­entspre­chend wollen sie das Bau­erntum stärken und sind als Land­ar­beiter auf großen Land­gütern tätig. Dazu kommen jedoch auch eine ras­sis­tische und ins­be­sondere anti-sla­wis­tische Ori­en­tie­rungen: Ziel ist es, die auf diesen Land­gütern tätigen ost­eu­ro­päi­schen Sai­son­ar­beits­kräfte zurück­zu­drängen. Zudem sollen über die Land­arbeit Gelder ein­ge­nommen und damit eigene Höfe im Osten Deutsch­lands erwoben werden. Diese sind durch junge Familien zu besiedeln und zu bewirt­schaften. Die Zukunft Deutsch­lands liegt, davon sind die Arta­manen über­zeugt, nachdem die Kolonien in Übersee ver­loren wurden, im Osten. In ihrem Selbst­ver­ständnis bereiten sich die Arta­manen darauf vor, „Wehr­bauern“ in einem gewaltsam eroberten Ost zu werden.

Halle wird zum Bun­dessitz der Arta­manen. Von hier werden ihre Mit­glieder auf Höfe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meck­lenburg und Thü­ringen geschickt und eigene Güter erworben. Umge­setzt wird dieses Pro­gramm jedoch nur teil­weise: in Erman­gelung der not­wen­digen Gelder können nur wenige Höfe erworben und nur etwa 150 „Neu­siedler“ mit Land ver­sorgt werden.

1926 gründet sich der „Bund­schuh“ als ideo­lo­gische Kader­schmied der Arta­manen. Hier sind unter anderem Hans F.K. Günther und Richard Walther Darré aktiv. Hans F.K. Gün­thers „Ras­sen­kunde des deut­schen Volkes“ wird zur Grundlage der Schu­lungs­arbeit im „Amt für Ras­se­kunde“ innerhalb des Bundes Artam. Auch andere Nazi­größen wie der spätere „Reichs­ju­gend­führer“ Baldur von Schirach, Chef­ideologe Alfred Rosenberg, der Auschwitz-Kom­mandant Rudolf Höß und Heinrich Himmler waren Mit­glied der Artamanen.

Die Ideo­logie der Arta­manen wird Himmler nach­haltig prägen: Die bio­lo­gi­schen Aus­wahl­kri­terien für junge SS-Anwärter, die Ehe­schließung nach ras­sis­ti­schen Krie­trien und das Selbst­ver­ständnis der SS als völ­kische Elite haben ihre Vor­läufer bei den Arta­manen. Auch beein­flusst die Ideo­logie der Arta­manen die Aus­richtung von Himmlers Ost­po­litik. So plant er die Erschließung neuer Siedlungsräume.

„Das deutsche Volk war ein Bau­ernvolk und muß es in seiner Grund­sub­stanz wieder werden. Der Osten soll dazu dienen, diese bäu­er­liche Seite des deut­schen Volkes zu stärken […].“

Heinrich Himmler

Schon im Februar 1939 schlägt er – ganz nach dem Vorbild der Sied­lungs­pläne der Arta­manen – vor, die besten Jungen und Mädchen zum Land­dienst der HJ zu ver­schicken. Nachdem sie dort Kennt­nisse der Land­arbeit erworben haben, sollen sie später auf den Sied­lungs­höfen der SS als „Wehr­bauern“ mit Land ver­sorgt werden. Im besetzen Tsche­chien lässt er dafür ein Bodenamt errichten, das die Ent­eignung tsche­chi­scher Land­be­sitzer vor­nehmen und die Besie­delung der Höfe mit Deut­schen vor­be­reiten soll. Auch die Ermordung der pol­ni­schen Ober­schicht und die Zwangs­um­siedlung aus den dem deut­schen Reich ein­ver­leibten Gauen in das Gene­ral­gou­ver­nement nach dem Überfall auf Polen ver­folgt das Ziel, neue Sied­lungs­ge­biete für die „deutsche Bauern- und Krie­ger­rasse“ zu erschließen. Himmler nennt sich fortan „Reichs­kom­missar für die Fes­tigung des deut­schen Volkstums“ und ver­sucht, ins­be­sondere Aus­lands­deutsche aus dem Bal­tikum, Rumänien, Jugo­slawien und der Slo­wakei in den neuen Gebieten anzu­siedeln. Bis 1941 werden so über 200.000 Aus­lands­deutsche mit Anwesen von zuvor ver­trie­benen Polen ver­sorgt. Der „Gene­ralplan Ost“ sieht vor, über 31 Mil­lionen Men­schen in den besetzten Gebieten der Sowjet­union zu ver­treiben, die ver­blei­benden „ein­zu­deut­schen“ und in den kom­menden Jahr­zehnten über zwei Mil­lionen Deutsche anzusiedeln.

Symbol der Artamanen

Die Arta­manen sind kei­neswegs Geschichte 1960 gründet sich der „Freun­des­kreis des Arta­manen“, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das Erbe der his­to­ri­schen Arta­manen wahren. Ver­netzt sind sie unter anderem mit der „Hei­mat­treuen deut­schen Jugend“, zu der auch Andreas Kalbitz Ver­bin­dungen hatte. Mit Unter­stützung des „Freun­des­kreises“ lassen sich zudem neue völ­kische Sied­lungs­be­wegte erneut an der his­to­ri­schen Arta­manen-Siedlung „Gut Kop­pelow“ in Meck­lenburg nieder, um „auf den Spuren der Arta­manen“ zu siedeln. Hier betei­ligen sie sich an Bür­ger­initia­tiven gegen Gen­technik, betreiben ein Café und orga­ni­sieren Kunst­aus­stel­lungen und Volkshochschulkurse.

Auch in der hie­sigen Region finden sich ver­gleichbare Pro­jekte. So hat sich in dem 40 Kilo­meter östlich gele­genen Bornitz an der Elster Jens Bauer ange­siedelt. Der ehe­malige NPD-Chef von Mag­deburg steht seit 2015 der «Art­ge­mein­schaft – Ger­ma­nische Glau­bens­ge­mein­schaft wesens­ge­mässer Lebens­ge­staltung» vor. Auf dem von ihm erwor­benen Hof ist auch der NSU-Helfer Ralf Wohl­leben nach seiner Haft­ent­lassung untergekommen.


3. Die Flucht der Rathenau-Mörder und die Burg Saaleck

Der Mord an Walther Rathenau

Ansicht der Burg Saaleck

Am 17. Juli 1922 endet auf der Burg Saaleck die Flucht der Rathenau-Mörder und Rechts­ter­ro­risten Erwin Kern und Hermann Fischer. Sie hatten als Mit­glieder der Orga­ni­sation Consul am 24. Juni des­selben Jahres Walther Rathenau, den Außen­mi­nister der Wei­marer Republik, auf seinem Weg von seinem Wohnhaus in Berlin Gru­newald ins Aus­wärtige Amt erschossen.

Die Orga­ni­sation Consul

Die Orga­ni­sation Consul wurde nach dem geschei­terten Kapp-Putsch 1920 von ehe­ma­ligen Mit­gliedern der Mari­ne­brigade Erhardt gebildet. Ehr­hardt hatte den Kapp-Putsch aktiv unter­stützt und war anschließend in München unter­ge­taucht. Die Orga­ni­sation baut unter dem Deck­namen „Bay­rische Holz-Ver­wer­tungs-Gesell­schaft“ und mit Rücken­de­ckung des Mün­chener Poli­zei­prä­si­diums kon­spi­rativ ein sich über ganz Deutschland erstre­ckendes rechts­ter­ro­ris­ti­sches Netzwerk auf. Sie verfügt ins­gesamt über 5000 Mit­glieder, die in 35 bis 120 Mann starke „Arbeits­ge­mein­schaften“ ein­ge­teilt werden. Ihre Mit­glieder werden zu bedin­gungs­losen Bei­stand und Gehorsam ver­pflichtet. Ver­räter ver­fallen, so heißt es lako­nisch, der Feme. Zu den Finan­ziers gehörte in Thü­ringen auch der ehe­malige Herzog Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha, der Erhard auch 1920 nach dem geschei­terten Kapp-Putsch auf seinem Schloss Cal­lenberg ver­steckt gehalten hatte.

Ziel der Orga­ni­sation Consul ist die gewaltsame Über­windung der Wei­marer Republik, die „Bekämpfung alles anti- und inter­na­tio­nalen, des Judentums, der Sozi­al­de­mo­kratie und der links­ra­di­kalen Par­teien“. Zum einen will sie dafür unter­schied­liche rechte und rechts­ex­treme Orga­ni­sa­tionen unter­wandern, um sie in einer ein­heit­lichen anti­re­pu­bli­ka­ni­schen Front zusam­men­zu­schließen. Zum anderen geht auf sie geht eine große Zahl von poli­ti­schen Gewalt­taten in den frühen Jahren der Wei­marer Republik zurück, u.a. das Attentat auf Philipp Schei­demann in einem Wald bei Kassel Anfang Juni 1922 und der Spreng­stoff­an­schlag auf die Wohnung des KPD-Poli­tikers Ernst Thälmann, eben­falls im Juni 1922. Die Gruppe ver­folgt dabei die Stra­tegie, durch poli­tische Morde und Gewalt­taten Auf­stände der Arbei­ter­schaft zu pro­vo­zieren. In der erwar­teten Gegen­re­aktion will sie dann als „Ord­nungs­hüter“ zusammen mit der Reichswehr die Macht übernehmen.

„Der Plan war, daß in der ent­stan­denen Ver­wirrung Schlag auf Schlag die Köpfe der Regie­rungs­mit­glieder fallen sollten, um Deutschland zu befreien.“

Erhardt 1933
Walther Rathenau

Attentat und Flucht

Erwin Kern hatte sich schon vor dem Mord an Rathenau an Waf­fen­schie­bungen, Anschlägen und Feme­at­ten­taten auf angeb­liche Ver­räter beteiligt. Nach dem Attentat ver­bleiben beide Täter ohne weitere Vor­sichts­maß­nahmen in Berlin. Ver­mutlich wollen sie die Wirkung ihres Anschlages abwarten, um dann mit anderen Mit­gliedern der Orga­ni­sation Consul in das Geschehen ein­zu­greifen. Erst am 27. Juni reisen sie zurück nach Rostock, wo Kern seinen Wohnsitz hatte. Die Polizei kommt nur zufällig, durch Prah­lerei eines ihrer Helfer auf ihre Spur. Als dann am 29. Juni ihre Namen und Per­so­nen­be­schrei­bungen in den großen deut­schen Tages­zei­tungen ver­öf­fent­licht werden, beginnt ihre Flucht quer durch Deutschland. Nachdem ihr Versuch, mit einem Schiff nach Dänemark zu gelangen, scheitert, ver­suchen sie die Mün­chener OC-Zen­trale zu erreichen und finden nach meh­reren Sta­tionen Mitte Juli auf der Burg Saaleck Unter­schlupf. Der Burg­be­sitzer Hans Wilhelm Stein hatte sich aus der Sicht der Täter auch bei frü­heren Aktionen bewährt. Schon bei der Befreiung des OC-Akti­visten Karl Dithmars aus dem Unter­su­chungs­ge­fängnis in Naumburg im Januar 1922 nahmen Kern und Fischer die Hilfe Steins in Anspruch und brachten den auf der Flucht ver­letzten Dithmar für über zwei Wochen auf Burg Saaleck unter. Zugleich war Stein selbst nicht Mit­glied der OC und so konnten die beiden hoffen, dort nicht poli­zeilich über­wacht zu werden.

Stein ent­täuscht die in ihn gesetzten Erwar­tungen nicht: Nachdem Kern und Fischer auf der Burg ein­treffen und ihm ihre Lage schildern, reist er nach München, um dort in der Zen­trale der Orga­ni­sation Consul Unter­stützung für die beiden Flüch­tigen zu orga­ni­sieren. Am Abend des 17. Juli kehrt er mit Pis­tolen, Geld und gefälschten Pässen auf die Burg zurück.

Inzwi­schen war aller­dings den Atten­tätern ihre eigene Unvor­sich­tigkeit zum Ver­hängnis geworden. So sollen sie sich offen im Umfeld der Burg bewegt haben. Am 16. Juli bemerken zwei Gäste auf der benach­barten Rudelsburg in dem von Stein bewohnten Ostturm der Burg Saaleck Licht. Da bekannt ist, dass Stein selbst ver­reist war, machen sie der Polizei davon Meldung. Diese trifft am Morgen des 17. Juli auf der Burg ein. Bei dem anschlie­ßenden Feu­er­ge­fecht wird Erwin Kern durch eine Poli­zei­kugel tödlich ver­wundet. Hermann Fischer schleppt ihn auf das Bett, legt sich neben ihn und erschießt sich dort selbst.

Kapitän Erhard, zweiter von rechts, während des Kapp-Put­sches in Berlin

Als Burg­be­sitzer Stein schließlich Saaleck erreicht, wird er zwar von Poli­zisten am Zugang zur Burg gehindert, jedoch nicht fest­ge­setzt. So kann er die Waffen und Pässe bei­seite schaffen und bei seinem Freund August Pfis­terer, einem Mit­ar­beiter Schultze-Naum­burgs, Unter­schlupf finden. Dort wird er am nächsten Tag wegen des Ver­dachts auf Bei­hilfe ver­haftet. In der Gerichts­ver­handlung wird er aus­sagen, er sei zu einer spon­tanen ver­spä­teten Hoch­zeits­reise nach München gereist und habe von seinen Gästen nichts gewusst. Diese hätten sich in seiner Abwe­senheit gewaltsam Zutritt zur Burg ver­schafft. Im Oktober 1922 wird er schließlich freigesprochen.


4. Folgen des Rathenau-Mordes und Gedenken

ehem. Grab­stein auf dem Friedhof Saaleck

Rathenau-Mord hatte nicht die von den Atten­tätern erhoffte Wirken. In der Folge erlässt die Regierung das soge­nannte Repu­blik­schutz­gesetz und ver­bietet eine große Zahl rechts­ex­tremer Orga­ni­sa­tionen. In den auf den Mord fol­genden Gerichts­ver­hand­lungen werden zwar die Mit­täter und Helfer des Atten­tates zu hohen Haft­strafen ver­ur­teilt. Das Netzwerk der Rechts­ter­ros­risten und die Orga­ni­sation Consul spielen hier jedoch keine Rolle. Die Staats­an­walt­schaft beschränkt sich auf die Rekon­struktion der Tat­vor­be­rei­tungen durch die Angeklagten.

Nach der Macht­über­nahme der Natio­nal­so­zia­listen werden an den Gräbern Kern und Fischers öffent­liche Gedenk­feiern abge­halten. Im Juli 1933 wird im Beisein von SS und SA eine Tafel zu Ehren von Kern und Fischer an der Burg ent­hüllt. Die für sie geschaffene Ein­lassung ist noch heute am Ostturm der Burg zu sehen. Jetzt bekennen sich auch Stein und Erhardt öffentlich zu ihrer Rolle während des Attentats und halten Reden für Kern und Fischer. Für Stein sollte sich das aus­zahlen: Ab 1937 wird der ver­armte „Burgherr“ einen „Ehrensold für völ­kische Vor­kämpfer“ erhalten. Der Gemein­de­pfarrer Koehn äußert in seiner Gedenkrede: „Viel edle Saat ist hin­ab­ge­senkt worden in den Boden unseres Volkes: Die Helden des Welt­krieges, die Helden der Nach­kriegszeit von den beiden Helden Fischer und Kern bis zum letzten braunen Sol­daten des Führers. Diese Saat ist jetzt im Auf­gehen und wir sind die Wächter der deut­schen Saat. Wenn je eine Zeit es mit ele­men­tarer Gewalt dem Men­schen­herzen ein­hämmert: es ist dein Gott, heilig und hehr, der das Böse zer­trümmert und dem Guten zum Siege ver­hilft, dann ist es die deutsche Gegenwart.“ Die Gräber von Kern und Fischer werden auf einen reprä­sen­ta­tiven Platz des Fried­hofes umge­bettet. Hitler selbst stiftet einen neuen Grab­stein. Auch nach 1990 halten hier regel­mäßig Neo­nazis – auch aus dem Umfeld des „Thü­ringer Hei­mat­schutzes“ Gedenk­ver­an­stal­tungen ab, bis der Grab­stein im Jahre 2000 von der ört­lichen Pas­torin ent­fernt wird.

Hermann Fischer
Erwin Kern

Hans Wilhelm Stein

Hans Wilhelm Stein, geboren 1875 in Mag­deburg, hatte sich während des Welt­kriegs als Frei­wil­liger gemeldet und nach seiner Ent­lassung nach meh­reren Laza­rett­auf­ent­halten auf der Burg Saaleck nie­der­ge­lassen. Hier ver­sucht sich als freier Schrift­steller und Hei­mat­dichter. Auch beteiligt er sich an der ent­ste­henden Heimat- und Wan­der­be­wegung. Diese widmet sich der Pflege von Land­schaft und Kul­tur­denk­mälern und ver­steht ihre ver­klä­rende Rück­be­sinnung auf eine ger­ma­nische Ver­gan­genheit als Grundlage der deut­schen Wie­der­geburt. Im 1921 gegrün­deten „Bund der Thü­ringer Berg‑, Burg‑, und Wald­ge­meinden“ wird Stein erster „Führ­steher“. In diesem Sinne ist er auch mit dem Erhalt und der Restau­ration der Burg befasst. Hierfür enga­giert er den Archi­tekten August Pfis­terer, der auch in den Saal­ecker Werk­stätten Schultze-Naum­burgs tätig war. Darüber hinaus wird er Mit­glied der DNVP. Während des Kapp-Put­sches werden auf der Burg Waffen für Hal­lenser Frei­korps gelagert. 1929 tritt er in die NSDAP ein.

Ausgwählte Literatur

Norbert Borrmann, Paul Schultze-Naumburg, die „Saal­ecker Werk­stätten“ und der Saal­ecker Kreis, in: Deutsche Erin­ne­rungs­land­schaften: Rudelsburg – Saaleck – Kyff­häuser. Halle 2004, S. 73–90.

Norbert Borrmann, Der Lebens­re­former Paul Schultze-Naumburg, in: Etters­burger Hefte 5, Vom „Untergang des Abend­landes“ zum Auf­stieg des „Dritten Reiches“. Vier Vor­träge, Weimar 1999, S. 63–107.

Norbert Borrmann, Die grosse Gleich­schaltung. Vom Ver­schwinden der Vielfalt, Schnellroda 2013.

Benz, Wolfgang (Hrsg.), Handbuch des Anti­se­mi­tismus. Juden­feind­schaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2, Per­sonen, Berlin 2009.

Benz, Wolfgang (Hrsg.), Handbuch des Anti­se­mi­tismus. Juden­feind­schaft in Geschichte und Gegenwart. Band 5. Orga­ni­sa­tionen, Insti­tu­tionen, Bewe­gungen, Berlin 2012.

Richard Walther Darré, Neuadel aus Blut und Boden, München 1930.

Dieter Fricke u.a. (Hrsg.), Lexikon zur Par­tei­en­geschichte. Die bür­ger­lichen und klein­bür­ger­lichen Par­teien und Ver­bände in Deutschland (1789–1945). Vier Bände, Leipzig 1985.

Hans F.K. Günther, Ras­sen­kunde des deut­schen Volkes, München 1926.

Hans F.K. Günther, Platon als Hüter des Lebens. Platons Zucht- und Erzie­hungs­ge­danken und deren Bedeutung für die Gegenwart, München 1935.

Rüdiger Haufe, „Die Geister der Burg Saaleck“. Der „Burgherr“ Hans Wilhelm Stein im Schnitt­punkt von völ­ki­scher Bewegung und Hei­mat­be­wegung, in: Deutsche Erin­ne­rungs­land­schaften: Rudelsburg – Saaleck – Kyff­häuser. Halle 2004, S. 50–72.

Heinz Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, München 1984.

Michael H. Kater, die Arta­manen – völ­kische Jugen in der Wei­marer Republik, in: his­to­rische Zeit­schrift, Band 213, München 1971, S. 577–638.

Hans-Rudolf Meier, Daniela Spiegel (Hrsg.), Kul­tur­re­former. Ras­sen­ideologe. Hoch­schul­di­rektor. Der lange Schatten des Paul Schultze-Naumburg : Publi­kation des gleich­na­migen Kol­lo­quiums vom 3.–4. Dezember 2015 an der Bauhaus-Uni­ver­sität Weimar, Hei­delberg 2018.

Christian Nie­meyer, Die dunklen Seiten der Jugend­be­wegung. Vom Wan­der­vogel zur Hit­ler­jugend, Tübingen 2013.

Martin Sabrow, Der Rathen­aumord. Rekon­struktion einer Ver­schwörung gegen die Republik von Weimar, München 1994.

Paul Schultze-Naumburg, Hans F.K. Günther zum 50. Geburtstag, in: Volk und Rasse. Illus­trierte Monats­schrift für deut­sches Volkstum, Ras­sen­kunde, Ras­sen­pflege, 16. Jg, 1941, S. 21–22..

Peter Schwandt, Hans F.K. Günther. Porträt, Ent­wicklung und Wirken des ras­sis­tisch-nor­di­schen Denkens, Saar­brücken 2008.

Ronald Smelser und Rainer Zielmann (Hrsg.), Die braune Elite I. 22 bio­gra­phische Skizzen, Darm­stadt 1999.

Hans Severus Ziegler, Wende und Weg. Kul­tur­po­li­tische Reden und Auf­sätze, Weimar 1937.

Bildnachweise

Über­sichtsbild: https://www.openstreetmap.org/#map=16/51.1124/11.7025&layers=N

1. Das Löwen­denkmal und die Rudelsburg als Erin­ne­rungsorte der Kösener Corpsstudenten

Bild 1

Das Löwen­denkmal bei der Rudelsburg in der Nähe von Bad Kösen / Sachsen-Anhalt

Autor: Rabe

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:L%C3%B6wendenkmal_2011_-_3.jpg

Bild 2

Titel: Die Kösener Raute, das Symbol des Kösener Senioren-Convents-Verbandes

Autor: unbe­kannt

Quelle: Archiv des KSCV

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6sener_Senioren-Convents-Verband#/media/Datei:K%C3%B6sener_Raute.jpg

Bild 3

alte Ansichts­karte von Saaleck und Rudelsburg

Bild 4

Titel: Ein­weihung des Löwen­denkmals (1926)

Quelle: Kösener Archiv

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6sener_Senioren-Convents-Verband#/media/Datei:Einweihung_L%C3%B6wendenkmal.JPG

2. Paul Schultze-Naumburg und der Saal­ecker Kreis

Bild 1

Titel: Ost­an­sicht Haupthaus mit Anbau

Autor: unbe­kannt

Quelle: https://www.pimath.de/saaleck/saalecker_werkstaetten/saaleck_wohnsitz.html

Bild 2

Titel: Paul Schultze-Naumburg

Autor: Klaus Piontzik

Quelle: Archiv Stiftung Saal­ecker Werkstätten

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul_Schultze-Naumburg.jpg

Bild 3

Titel: Ein­gangstor zur Villa Schultze-Naumburg in Saaleck (Stadt Naumburg/Saale)

Autor: Jwaller

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SaaleckSchultzenaumburgtor.JPG

Bild 4

Titel: Über­sicht „Saal­ecker Kreis“

Bild 5

Titel: Ein­gangs­be­reich der Nietzsche-Gedenk­halle, Modell Paul Schultze-Naumburg, 1937

Autor: unbe­kannt

Quelle: Fotothek der Klassik-Stiftung Weimar

https://www.weimar-im-ns.de/ort03.php

Bild 6

Titel: Hans F.K. Günther 1935

Autor: unbe­kannt

Quelle: Bun­des­archiv, Bild 183‑1989-0912–500

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989–0912-500,_Prof._Hans_G%C3%BCnther.jpg

Bild 7

Titel: Titelbild von Hans F.K. Günther, Gat­tenwahl zu ehe­lichem Glück und erb­licher Ertüchtigung

Bild 8

Titel: Hans Severus Ziegler (Mitte) mit Prinz Georg von Sachsen-Mei­ningen und Elsa Reger bei der Ent­hüllung des Mei­ninger Max-Reger-Denkmals am 11.4.1937

Autor: unbe­kannt

Quelle: Mei­ninger Museen, Bild­archiv, B 303

Bild 9

Titel: Walther Richard Darre

Autor: unbe­kannt

Quelle: Bun­des­archiv, Bild 119‑2179 / CC-BY-SA 3.0

https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Darr%C3%A9#/media/Datei:Bundesarchiv_Bild_119-2179,_Walter_Richard_Darr%C3%A9.jpg

Bild 10

Titel: Tha­litter Arta­manen, um 1924–1930

Quelle: Bil­der­sammlung König, Ederbringhausen

His­to­rische Bild­do­ku­mente <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bd/id/204–013> (Stand: 23.11.2011)

Bild 11

Titel: Mit­glieds­ab­zeichen der Artamanen

Autor: Debbi082009

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mitgliedsabzeichen_der_Artamanen.jpg

3. Die Flucht der Rathenau-Mörder und die Burg Saaleck

Bild 1

Titel: Burg Saaleck

Autor: Dr. Lenz

Quelle: https://burgenarchiv.de/burg_saaleck_in_sachsen-anhalt

Bild 2

Titel: Walther Rathenau, deut­scher Indus­tri­eller und Politiker

Autor: Bain News Service

Quelle: http://loc.gov/pictures/resource/ggbain.20796/

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Walther_Rathenau.jpg

Bild 3

Titel: Vor­wärts-Ausgabe zur Ermordung Walther Rathenaus

Autor: unbe­kannt

Quelle: Bild-Archiv Kultur u. Geschichte, München

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vorw%C3%A4rts_Rathenau.jpg

Bild 4

Titel: Kor­vet­ten­ka­pitän Hermann Ehr­hardt während des Kapp-Put­sches in Berlin

Autor: unbe­kannt

Quelle: Bun­des­archiv, Bild 146‑1971-037–42 / CC-BY-SA 3.0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_146-1971–037-42,_Kapp-Putsch,_Berlin_(cropped).jpg

4. Folgen des Rathenau-Mordes und Gedenken

Bild 1

Titel: Grab von Erwin Kern und Hermann Fischer (1933)

Quelle: https://www.naumburg-geschichte.de/geschichte/moerder.htm

Bild 2 und 3

Titel: Erwin Kern und Hermann Fischer, Porträt

Quelle: http://www.gunnarkunz.de/weimar05.htm

alle Bilder bear­beitet von Sebastian Bandelin

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